Waschmaschinen-Reparatur 2026: Wann sich das Reparieren rechnet – und wann es dich zu viel kostet
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Die Waschmaschine bleibt mitten im Schleudern stehen, das Wasser läuft nicht ab, oder aus der Trommel kommt ein Geräusch, das vorher nicht da war. Die erste Frage ist fast immer dieselbe: reparieren lassen oder gleich ein neues Gerät kaufen? Und die zweite, meist wichtigere: Was kostet mich das eine gegenüber dem anderen wirklich?
Dieser Ratgeber liefert die Zahlen dazu, mit Stand August 2026. Was kosten die häufigsten Defekte konkret, wie zerlegt sich ein Kostenvoranschlag in seine Bestandteile, und wo lauern beim Vergleich von Reparatur-Angeboten die typischen Preisfallen. Ein Hinweis zu allen Beträgen im Text: Die Spannen zwischen einzelnen Werkstätten sind erheblich, und regionale Unterschiede kommen dazu. Nimm die Zahlen als Größenordnung, an der du ein Angebot einordnen kannst — nicht als Preisliste.
Die 50-Prozent-Regel: reparieren oder ersetzen?
Reparaturkosten im Verhältnis zum Neupreis rechnen
Die verbreitetste Faustregel lautet: Kostet die Reparatur mehr als die Hälfte des Preises eines vergleichbaren Neugeräts, kippt die Entscheidung Richtung Neukauf. In der Praxis wird sie meist mit einer zweiten Bedingung kombiniert — die Maschine sollte nicht älter als sieben bis zehn Jahre sein. Das ist eine Orientierung, keine Naturkonstante, aber sie zwingt dich, zwei Zahlen ehrlich nebeneinanderzulegen: den kompletten Reparaturpreis inklusive Anfahrt und den realistischen Wiederbeschaffungswert eines Geräts derselben Klasse.
Der zweite Punkt wird oft übersehen. Du vergleichst die Reparatur nicht mit dem, was deine Maschine vor sechs Jahren gekostet hat, sondern mit dem, was ein heute vergleichbares Modell kostet. Ist deine damalige Mittelklasse-Maschine inzwischen preislich in die Einsteigerklasse gerutscht, verschiebt das die 50-Prozent-Grenze deutlich nach unten.
Restlebensdauer nach Gerätealter
Zur reinen Kostenrechnung kommt die Frage, wie lange das reparierte Gerät voraussichtlich noch hält. Eine 350-Euro-Reparatur an einer zwei Jahre alten Maschine ist eine andere Entscheidung als dieselbe Reparatur an einem zehn Jahre alten Gerät, bei dem der nächste Defekt statistisch näher rückt.
| Gerätealter | Tendenz | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 0–2 Jahre | Reparieren – oft noch Gewährleistung oder Garantie | Zuerst Mängelhaftung und Garantie prüfen, bevor du selbst zahlst |
| 3–7 Jahre | Rechnen | Reparaturkosten gegen Wiederbeschaffungswert, Art des Defekts |
| ab 8 Jahre | Eher Neukauf | Nur günstige Reparaturen lohnen; teure Bauteile meist unwirtschaftlich |
Bei jungen Geräten lohnt vor jeder Zahlung ein Blick auf deine Rechte: Innerhalb der gesetzlichen Sachmangelfrist kann ein Defekt ein Gewährleistungsfall sein, für den nicht du aufkommst. Auch eine noch laufende Herstellergarantie kann greifen. Das prüfst du, bevor du überhaupt einen Kostenvoranschlag einholst.
Was du bekommst: Ersatzteile sind länger verfügbar, als viele denken
Ein Argument gegen die Reparatur älterer Geräte hält sich hartnäckig: Für alte Maschinen gebe es irgendwann keine Teile mehr. Das stimmt seit 2021 so nicht mehr, und das ist für deine Rechnung relevant.
Die EU-Ökodesign-Verordnung für Waschmaschinen verpflichtet Hersteller, wichtige Ersatzteile mindestens zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen des letzten Exemplars eines Modells verfügbar zu halten — also nicht ab deinem Kaufdatum, sondern ab dem Produktionsende der Baureihe, was in der Praxis meist länger ist. Dazu gehören Motoren und Motorkohlen, Pumpen, Stoßdämpfer und Federn, Waschtrommel, Heizelemente, Leiterplatten und Druckschalter. Die Lieferzeit darf höchstens 15 Arbeitstage betragen.
Zwei Details, die sich direkt in Geld übersetzen. Erstens müssen sich diese Teile mit allgemein verfügbaren Werkzeugen und ohne dauerhafte Beschädigung des Geräts austauschen lassen — das begrenzt den Arbeitsaufwand nach oben. Zweitens gibt es eine Gruppe von Teilen, die du als Privatperson direkt kaufen darfst, ohne den Umweg über einen Fachbetrieb: Tür, Türscharnier, Türdichtungen, sonstige Dichtungen, die Türverriegelungsbaugruppe und Kunststoffteile wie den Waschmittelbehälter. Hersteller müssen außerdem Reparaturanleitungen, Explosionszeichnungen und Fehlercodes bereitstellen.
Wenn dir eine Werkstatt also sagt, ein Teil sei nicht mehr lieferbar, lohnt bei einem Gerät unter zehn Jahren eine Nachfrage beim Hersteller direkt.
Typische Defekte und was sie kosten
Wie sich ein Reparaturpreis zusammensetzt
Ein Reparaturpreis besteht immer aus drei Teilen: Anfahrt, Arbeitszeit und Ersatzteil. Genau deshalb verschiebt sich das Verhältnis je nach Defekt stark. Ein günstiges Ersatzteil, das schwer zugänglich verbaut ist, kann teurer werden als ein teures Teil, das in zehn Minuten getauscht ist.
Die Größenordnungen: Für die Anfahrt- und Diagnosepauschale werden je nach Betrieb etwa 20 bis 90 Euro fällig — manche rechnen beides zusammen, andere getrennt. Der Stundensatz liegt üblicherweise zwischen 40 und 90 Euro; an Wochenenden verlangen viele Betriebe das Doppelte. Ein wichtiger Nebeneffekt: Muss der Techniker zweimal kommen, weil das Ersatzteil erst bestellt werden musste, kann die zweite Anfahrt noch einmal auf die Rechnung wandern. Frag danach.
| Defekt | Ersatzteil allein | Arbeitszeit | Mit Einbau gesamt |
|---|---|---|---|
| Antriebsriemen | 10–30 € | unter 1 Stunde | etwa 50–100 € |
| Ablauf- bzw. Laugenpumpe | 20–120 € | 30 Minuten bis 2 Stunden | etwa 120–350 € |
| Heizstab | meist zweistellig | knapp 1 Stunde | etwa 100–180 € |
| Türdichtung / Faltenbalg | 15–60 € | fummelig, modellabhängig | etwa 180–350 € |
| Türschloss | 30–120 € | 30 bis 90 Minuten | etwa 60–200 € |
| Steuerplatine | stark modellabhängig | meist überschaubar | etwa 150–300 € |
| Trommellager | 50–200 € | 3 bis 6 Stunden | etwa 250–450 € |
Auffällig ist die Spreizung: Für dieselbe Reparatur nennen verschiedene Anbieter Beträge, die um mehr als das Doppelte auseinanderliegen. Das ist kein Messfehler, sondern der Grund, warum sich mehrere Angebote lohnen. Insgesamt landen die meisten Waschmaschinen-Reparaturen zwischen etwa 180 und 450 Euro.
Was du daraus mitnehmen kannst, unabhängig vom genauen Betrag: Frag im Kostenvoranschlag immer nach der Aufschlüsselung. Ein Pauschalbetrag „für die Reparatur“ ohne getrennte Posten für Teil und Arbeitszeit macht den Vergleich unmöglich.
Lager- und Motorschaden: der teure Grenzfall
Zwei Defekte fallen aus dem Rahmen. Ein Lagerschaden — erkennbar oft an lautem Rumpeln beim Schleudern — bedeutet in vielen Bauarten, dass ein großer Teil der Maschine zerlegt werden muss. Drei bis sechs Stunden Arbeitszeit sind der Grund, warum hier schnell 250 bis 450 Euro zusammenkommen, obwohl der Lagersatz selbst überschaubar ist. Bei manchen Modellen ist der Bottich verschweißt und lässt sich gar nicht wirtschaftlich öffnen. Ein größerer Motorschaden gehört in dieselbe Kategorie.
Bei diesen beiden Fällen lohnt die Rechnung besonders nüchtern: Ein hoher Arbeitsaufwand plus ein teures Bauteil an einem Gerät jenseits der acht Jahre ist der klassische Punkt, an dem der Neukauf günstiger wird. Bei einem jungen Gerät dagegen kann sich selbst ein Lagerschaden noch rechnen.
Reparatur-Angebote vergleichen und Fallen vermeiden
Festpreis oder Stundensatz plus Anfahrt
Der größte Preistreiber bei kleineren Defekten ist nicht das Ersatzteil, sondern Anfahrt plus Arbeitszeit. Deshalb macht die Abrechnungsart einen Unterschied. Ein Festpreis pro Reparaturart gibt dir Planungssicherheit, weil Anfahrt und Arbeit eingerechnet sind. Eine Abrechnung nach Stundensatz plus Anfahrt kann bei einem schnellen Tausch günstiger sein — oder bei einer komplizierten Diagnose teurer werden, als du erwartet hast.
Wichtig ist auch der Umgang mit den Diagnosekosten, wenn du dich gegen die Reparatur entscheidest. Viele Betriebe berechnen eine Pauschale allein fürs Kommen und Draufschauen. Kläre vorab, was die reine Fehlersuche kostet und ob dieser Betrag bei einer anschließenden Reparatur verrechnet wird. Das steht selten von allein im Raum.
Ein Punkt, nach dem kaum jemand fragt, der aber bares Geld wert ist: die Gewährleistung auf die Reparatur. Seriöse Betriebe geben üblicherweise zwölf bis 36 Monate auf Teile und Arbeit. Ein Angebot, das dazu schweigt, ist bei gleichem Preis das schlechtere.
Herstellerservice, freie Werkstatt oder Online-Plattform
| Weg | Stärke | Was er oft nicht leistet |
|---|---|---|
| Herstellerservice | Originalteile, Modellkenntnis, saubere Garantie-Abwicklung | Meist der teuerste Weg; selten Preisverhandlung |
| Freie Fachwerkstatt vor Ort | Oft günstiger, persönlicher Kontakt, flexible Teilewahl | Qualität schwankt; nicht immer Zugriff auf jedes Originalteil |
| Online-Vermittlungsplattform | Schnelle Terminfindung, teils Festpreise, Bewertungen einsehbar | Du zahlst die Vermittlung mit; die Ausführung liegt bei einem Subunternehmer |
Die Spalte, was ein Weg nicht leistet, ist beim Vergleich meist die wichtigere. Der Herstellerservice ist oft die teuerste, aber bei einem jungen Garantie-Gerät die sauberste Lösung. Bei Online-Plattformen achtest du darauf, dass die ausgewiesenen Bewertungen nachvollziehbar sind — das Wettbewerbsrecht verlangt Transparenz darüber, ob Bewertungen überprüft wurden.
Eine Zwischenlösung, die selten erwähnt wird: Du kannst das Ersatzteil selbst beschaffen und nur den Einbau bezahlen. Das spart oft deutlich, hat aber zwei Haken — das Teil muss exakt zum Modell passen, und manche Betriebe geben dann keine Gewährleistung auf die Reparatur. Frag vorher, wie der Betrieb das handhabt.
Neukauf-Alternative: wann sich ein neues Gerät rechnet
Energieeffizienz gegen Reparaturkosten
Ein Argument fürs Neugerät wird gern überschätzt: der Stromverbrauch. Eine moderne Maschine verbraucht über die Jahre weniger Strom und Wasser als ein altes Gerät — aber ob diese Ersparnis eine anstehende Reparatur rechtfertigt, hängt davon ab, wie oft du wäschst und wie hoch dein Strompreis ist. Bei einem Haushalt mit zwei Wäschen pro Woche fällt die Ersparnis deutlich kleiner aus als bei einer Familie mit täglicher Wäsche.
Rechne sie konkret durch, statt sie pauschal anzusetzen: Verbrauch pro Waschgang mal Waschgänge pro Jahr mal deinem Strompreis, gegen denselben Wert für das alte Gerät. Die Verbrauchsangaben findest du auf dem Energielabel beziehungsweise im Produktdatenblatt beider Maschinen — beim alten Gerät steht sie meist noch in der Bedienungsanleitung. Erst die Differenz stellst du der Reparatur gegenüber. In den meisten Fällen wirst du feststellen, dass die jährliche Ersparnis im zweistelligen Bereich liegt und eine 300-Euro-Reparatur damit nicht aufwiegt.
Den richtigen Vergleichspreis ansetzen
Beim Neukauf-Vergleich zählt der Wiederbeschaffungswert der passenden Klasse, nicht das teuerste Regal. Für die 50-Prozent-Rechnung nimmst du den Preis der Klasse, die deiner alten Maschine entspricht — nicht die Oberklasse, nur weil sie verlockender aussieht. Welche Preissuchmaschine dabei tatsächlich den niedrigsten Preis findet, haben wir im Vergleich von Idealo, Google Shopping und Geizhals auseinandergenommen.
Und bei einem beworbenen Schnäppchen prüfst du den Preisverlauf: Ein durchgestrichener Preis ist erst dann eine echte Ersparnis, wenn er sich auf den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage bezieht (§ 11 PAngV). Wie sich eine größere Anschaffung ins Haushaltsbudget einfügt, zeigt unser monatlicher Kostenüberblick 2026.
Selbst reparieren: Sparpotenzial und Grenzen
Einfache Fehler, die du selbst beheben kannst
Nicht jeder Ausfall ist ein Werkstattfall. Ein guter Teil der „die Maschine ist kaputt“-Momente hat eine simple Ursache, die dich nichts außer Zeit kostet:
- Flusensieb reinigen: Verstopft es, läuft das Wasser nicht mehr ab. Das Sieb sitzt meist hinter einer Klappe unten an der Front und lässt sich herausdrehen — vorher ein flaches Gefäß und ein Tuch bereitlegen, es kommt Restwasser.
- Ablaufschlauch prüfen: Ein geknickter oder verstopfter Schlauch verhindert das Abpumpen genauso wie ein defektes Bauteil.
- Sieb am Wasserzulauf säubern: Läuft kein oder wenig Wasser ein, ist oft das kleine Zulaufsieb verkalkt.
- Transportsicherungen kontrollieren: Bei starkem Wandern oder Lärm einer neu aufgestellten Maschine sind es manchmal nicht entfernte Sicherungsschrauben.
Diese Handgriffe erklärt jede Bedienungsanleitung, sie erfordern kein Werkzeug jenseits des Haushaltsüblichen und kein Zerlegen der Maschine. Bevor du einen Termin ausmachst, arbeitest du diese Liste ab — erstaunlich oft ist der Defekt danach weg.
Wann der Fachbetrieb zwingend ist
Die Grenze verläuft an zwei Stellen: Strom und Garantie. Alles, was das Öffnen von Bauteilen mit Netzspannung bedeutet — Heizstab, Motor, Steuerelektronik —, gehört in fachkundige Hände, wenn du dir nicht absolut sicher bist. Eine unsachgemäße Reparatur an einem stromführenden Bauteil ist ein Sicherheitsrisiko, kein Sparmodell.
Der zweite Punkt ist die Garantie: Öffnest du ein Gerät, das noch unter Garantie oder in der gesetzlichen Sachmangelfrist steht, riskierst du deine Ansprüche. Solange du hier Rechte hast, lässt du die Finger vom Schraubendreher und meldest den Defekt beim Verkäufer oder Hersteller. Selbst reparieren lohnt sich vor allem bei älteren Geräten außerhalb jeder Gewährleistung — und dort besonders bei den Teilen, die du ohnehin direkt kaufen darfst, etwa Türdichtungen und Waschmittelbehälter.
Häufige Fehler bei der Reparatur-Entscheidung
| Fehler | Warum er dich trifft |
|---|---|
| Reparatur mit altem Kaufpreis vergleichen | Du verzerrst die 50-Prozent-Regel; entscheidend ist der heutige Wiederbeschaffungswert |
| Nur ein Angebot einholen | Die Preise für dieselbe Reparatur liegen oft um mehr als das Doppelte auseinander |
| Diagnosekosten nicht vorab klären | Du zahlst die Anfahrt, auch wenn du dich gegen die Reparatur entscheidest |
| Zweite Anfahrt übersehen | Muss ein Teil bestellt werden, wandert die zweite Fahrt oft zusätzlich auf die Rechnung |
| Garantie oder Gewährleistung übersehen | Du zahlst selbst, obwohl der Verkäufer in der Pflicht wäre |
| „Teil nicht mehr lieferbar“ ungeprüft glauben | Für Waschmaschinen gilt eine zehnjährige Ersatzteilpflicht — beim Hersteller nachfragen |
| Stromersparnis pauschal ansetzen | Ohne eigene Verbrauchsrechnung überschätzt du das Neukauf-Argument deutlich |
| Selbst am stromführenden Bauteil schrauben | Sicherheitsrisiko und möglicher Verlust von Garantieansprüchen |
| Beworbenen Rabatt ungeprüft glauben | Ein Streichpreis ohne 30-Tage-Bezug sagt nichts über die echte Ersparnis |
Praktische Handlungsempfehlungen August 2026
Wenn deine Maschine streikt, hilft eine feste Reihenfolge. Sie verhindert, dass du für etwas zahlst, das du selbst lösen könntest, oder Geld ausgibst, wo dir noch Rechte zustehen.
- Erst die Selbsthilfe-Liste durchgehen: Flusensieb, Ablaufschlauch, Zulaufsieb und Transportsicherungen prüfen, bevor du jemanden anrufst. Ein guter Teil der scheinbaren Defekte erledigt sich hier ohne einen Cent.
- Alter und Rechtslage klären: Schau nach Kaufdatum, Rechnung und Garantieunterlagen. Ist die Maschine unter zwei Jahre alt oder läuft eine Herstellergarantie, meldest du den Defekt zuerst beim Verkäufer oder Hersteller — nicht bei einer Werkstatt.
- Den Defekt möglichst genau eingrenzen: Notiere, was passiert und ob ein Fehlercode im Display steht. Je präziser deine Beschreibung, desto belastbarer der Kostenvoranschlag am Telefon.
- Mindestens zwei bis drei Angebote einholen: Frag gezielt nach der Aufschlüsselung in Anfahrt, Arbeitszeit und Ersatzteil — und nach der Gewährleistung auf die Reparatur. Ein Pauschalbetrag ohne Posten ist nicht vergleichbar.
- Diagnosekosten und zweite Anfahrt vorab festnageln: Kläre, was die Fehlersuche kostet, ob sie bei einer Reparatur verrechnet wird und was passiert, wenn ein Teil nachbestellt werden muss.
- Die 50-Prozent-Rechnung mit dem heutigen Wiederbeschaffungswert aufstellen: Reparaturpreis inklusive Anfahrt gegen den Neupreis eines Geräts derselben Klasse — nicht gegen den Kaufpreis von damals.
- Bei Lager- oder Motorschaden besonders nüchtern rechnen: Drei bis sechs Stunden Arbeitszeit an einem Gerät jenseits der acht Jahre kippen die Entscheidung meist Richtung Neukauf.
- Bei angeblich fehlenden Ersatzteilen nachhaken: Ist deine Maschine keine zehn Jahre alt, besteht eine gesetzliche Bereitstellungspflicht. Eine Anfrage beim Hersteller kann die Reparatur doch noch möglich machen.
Fazit
Die ehrliche Kurzfassung: Bei den häufigen Defekten — Pumpe, Heizstab, Türdichtung, Türschloss — lohnt die Reparatur fast immer, solange die Maschine nicht schon zehn Jahre auf dem Buckel hat. Diese Fälle liegen in einer Größenordnung, die kein Neugerät schlägt. Kritisch wird es nur bei Lager- und Motorschäden, weil dort die Arbeitszeit den Preis treibt.
Zwei Dinge kosten dich in der Praxis mehr Geld als der eigentliche Defekt. Das eine ist, nur ein Angebot einzuholen — die Spreizung zwischen Betrieben ist größer als bei fast jeder anderen Dienstleistung. Das andere ist, das Neukauf-Argument Stromersparnis ungeprüft zu übernehmen; rechne es einmal für deinen Haushalt durch, und es sieht meist unspektakulärer aus als im Verkaufsgespräch.
Und bevor du irgendwas davon tust: Flusensieb aufmachen. Es ist erstaunlich, wie oft das die ganze Reparatur ist.
Quellen und weiterführende Informationen
- Verordnung (EU) 2019/2023 (eur-lex.europa.eu) — Ökodesign-Anforderungen an Haushaltswaschmaschinen, gültig seit 1. März 2021: Ersatzteilpflicht, Lieferfristen und Reparaturinformationen.
- Umweltbundesamt (umweltbundesamt.de) — Übersicht zu den Ökodesign-Anforderungen an die Reparierbarkeit, inklusive der Fristen je Produktgruppe und der Liste bereitzustellender Ersatzteile.
- HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (hea.de) — Aufschlüsselung, welche Ersatzteile für Fachbetriebe und welche direkt für Endnutzer verfügbar sein müssen.
- Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland (evz.de) — Einordnung des Reparaturrechts und der Ersatzteilverfügbarkeit aus Verbrauchersicht.
- MyHammer Preisradar (my-hammer.de) — Kostenspannen für Waschmaschinen-Reparaturen, Anfahrts- und Diagnosepauschalen sowie Stundensätze.
- blauarbeit Kostenratgeber (blauarbeit.de) — Stundensätze und typische Arbeitsdauern bei Waschmaschinenreparaturen.
- Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale.de) — Informationen zu Gewährleistung, Herstellergarantie und Verbraucherrechten beim Gerätekauf.
Haftungsausschluss
Allgemeiner Hinweis: Dieser Artikel auf preisboss.de dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch einen qualifizierten Fachbetrieb, eine Verbraucherberatung oder eine Rechtsanwältin beziehungsweise einen Rechtsanwalt. Die genannten Kostenspannen geben den Recherchestand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können je nach Region, Hersteller, Modell und Ersatzteilmarkt erheblich abweichen — sie sind als Größenordnung zur Einordnung eines Angebots gedacht, nicht als Preisliste. Hol dir vor jeder Entscheidung einen konkreten Kostenvoranschlag.
Zu Reparaturen in Eigenregie: Arbeiten an stromführenden Bauteilen wie Heizstab, Motor oder Steuerelektronik gehören in fachkundige Hände. Eine unsachgemäße Reparatur kann zu Stromschlag, Wasserschaden oder Brand führen. Öffnest du ein Gerät, das noch unter Garantie oder in der gesetzlichen Sachmangelfrist steht, können deine Ansprüche entfallen. Führe nur Handgriffe selbst aus, die in der Bedienungsanleitung deines Geräts beschrieben sind, und trenne die Maschine vorher vom Strom- und Wasseranschluss.
Verbraucherrechte: Bestellst du ein neues Gerät online, steht dir nach § 312g BGB ein vierzehntägiges Widerrufsrecht zu; seit dem 19. Juni 2026 müssen Unternehmen dafür nach § 356a BGB eine elektronische Widerrufsfunktion bereitstellen. Treten Mängel auf, sichern §§ 437 und 438 BGB eine zweijährige Mängelhaftung; nach § 477 BGB muss der Händler in den ersten zwölf Monaten nachweisen, dass ein Mangel bei Übergabe nicht vorlag. Die Verbrauchsgüterkauf-Richtlinie (EU) 2019/771 harmonisiert diese Rechte unionsweit. Für beworbene Rabatte gilt § 11 PAngV mit dem 30-Tage-Tiefstpreis; §§ 5, 5a und 5b UWG untersagen irreführende Angaben über Produkte und Reparaturleistungen und verlangen Transparenz über die Überprüfung von Kundenbewertungen. Prüfe vor einer Reparatur zusätzlich, ob eine Herstellergarantie oder eine Hausrat- beziehungsweise Geräteversicherung die Kosten ganz oder teilweise übernimmt.
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